Tipps und Tricks

Aus Eclipse
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Auf dieser Seite stehen nützliche Informationen, die den täglichen Umgang mit Eclipse erleichtern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die einzelnen Tipps auf die Version 3.3.1.1 (Build: M20071023-1652), oder sie sind zumindest mit dieser Version kompatibel. Die meisten allgemeinen Tipps funktionieren aber auch schon mit früheren Versionen.


Tipp 1: Quickfix (Strg+1)

Ein Fehler in einem Java Programm lässt sich "automatisch" von Eclipse beheben. Dazu springt der Benutzer mit dem Cursor in die fehlerhafte Zeile und drückt Strg+1 (oder wählt "Edit/Quick Fix" aus dem Menü). Eclipse schlägt daraufhin eine Reihe von Möglichkeiten vor und nachdem der Programmierer sich für eine Variante entschiden hat, führt Eclipse sie aus:

QuickFix.jpg


Tipp 2: Content Assist (Strg+Leertaste)

Jede Menge Tipparbeit spart der Programmierer, wenn er nicht den gesamten Variablen-, bzw. Klassennamen eintippen muss, sondern nur die ersten paar Buchstaben eintippt und dann via Content Assist (Strg+Leertaste, oder Edit/Content Assist/Default) den Rest vervollständigen lässt:

ContentAssist.jpg


Tipp 3: Template Erweiterungen

Hinter der Tastenkombination Strg+Leertaste verbirgt sich nicht nur die Content Assist Funktion von Eclipse. Mit derselben Tastenkombination können auch beliebig definierte Templates (Schablonen) erweitert werden. So führt die Eingabe von "sysout" gefolgt von Strg+Leertaste zum Beispiel dazu, dass Eclipse automatisch "System.out.println();" schreibt, was dem Benutzer wieder jede Menge Tipparbeit erspart. Eigene Templates können unter "Window/Preferences" und dann "Java/Editor/Templates" erstellt werden.


Tipp 4: Content Assist funktioniert nicht

Normalerweise erledigt Eclipse beim Programmieren einen Großteil der Arbeit, indem es die halb eingegebenen Bezeichnernamen vervollständigt. Aber ab und an kommt es vor, dass das Tastaturkürzel (Strg+Leertaste) seinen Dienst versagt, obwohl der Menüpunkt "Edit/Content Assist/Default" noch funktioniert. Nun kann natürlich das Tastaturkürzel auf ein beliebiges anderes umstellen, indem die Einstellungen in Eclipse verändert werden: Dazu wählt man im Menü "Window/Preferences..." dann "General/Keys". Dort kann man im Filter "Content Assist" eingeben und dann die Belegung für den Content Assist neu definieren (das funktioniert natürlich auch für alle anderen Tastaturbindungen innerhalb von Eclipse). Trotzdem ist das keine gute Lösung, vor allem wenn man schon einige Zeit mit Eclipse entwickelt hat. Die Ursache dafür, dass Content Assist nicht funktioniert hat (zumindest in meinem Fall), war ein neu installiertes Programm: Mit der Logitech Quick-Cam unter Windows XP wird die Tastenkombination "Strg+Leertaste" umdefiniert. Bei mir half es, das Programm zu deaktivieren.


Tipp 5: Eclipse akzeptiert die Eingabe von } nicht mehr

Als Javaprogrammierer ist es besonders ärgerlich, wenn man die geschlossene geschweifte Klammer ("}") nicht mehr eingeben kann. Zwar ist das in Eclipse eigentlich gar nicht nötig, weil Eclipse durch Autovervollständigungen immer die richtigen Klammern setzt, aber doch ist es hin und wieder nötig, selbst eine } zu setzen. Merkwürdig ist dann, wenn es auf einmal nicht mehr funktioniert. Alle anderen Eingaben funktionieren einwandfrei und auch die } kann in anderen Programmen gesetzt werden. Was ist also los? Im deutschen Tastaturlayout ist die } auf Alt Gr+0. Bei meiner damaligen Eclipse Version (ich kenne die Versionsnummer nicht mehr) war unter den Tastaturbelegungen die Kombination "Strg+Alt+0" vergeben. Strg+Alt ist vom ASCII-Code her identisch mit Alt Gr, so dass bei jedem Druck auf } der an "Strg+Alt+0" gebundene Befehl ausgeführt wurde. Nachdem ich die Tastaturbindung entfernt hatte ("Window/Preferences...", "General/Keys"), funktionierte auch die Eingabe der } wieder.


Tipp 6: Einbinden des Quellcodes von Eclipse in den eignen Workspace

Bei der Entwicklung von Plug-Ins für Eclipse ist es ungemein hilfreich, in den bereits existierenden Plug-Ins nachzusehen, wie etwas programmiert worden ist. Daher gibt es die Möglichkeit, alle Eclipse Plug-Ins in den eigenen Workspace zu importieren. Daraufhin können dann alle Plug-Ins normal durchsucht werden und der Entwickler kann Funktionen kopieren (im Eclipse Umfeld wird diese Vorgehensweise oft als "Monkey See/Monkey Do" umschrieben). Importieren wir also alle "Binary Projects" in den Workspace:

ImportBinary1.jpg

Nun arbeitet Eclipse eine Weile und importiert alle Plug-Ins und Features. Wenn Eclipse fertig ist, können die Quellen von allen Eclipse Plug-Ins betrachtet werden. Zum Beispiel findet sich unter "org.eclipse.jdt.core/References Libraries/org.eclipse.jdt.core/xxx.jar" der gesamte Quellcode des jdt.core Pakets:

ImportBinary2.jpg


Tipp 7: Verstecken von Binary Plug-Ins im eigenen Workspace

Es ist ja schön, den gesamten Eclipse Code zur Verfügung zu haben, während man an eigenen Plug-Ins bastelt, aber die große Zahl von Eclipse Plug-Ins kann die Übersicht im Workspace ganz schön verderben. Daher können die Binary Plug-Ins bequem ausgeblendet werden, indem man im Kontextmenü des Package Explorers einen Filter für Binary Plug-Ins und Feature Projects aktiviert:

FilterBinary.jpg

Und damit sind dann die störenden Eclipse Plug-Ins ausgeblendet. Mit einem einfachen Klick auf den aktivierten Filter im Kontextmenü können sie wieder eingeblendet werden.


Tipp 8: Codenavigation mit Strg+Linksklick

Im Java Editor kann an jede beliebige Methodendefinition gesprungen werden, indem der entsprechende Methodenaufruf bei gedrückter Strg-Taste mit der linken Maustaste angeklickt wird. So führt Strg+Linksklick auf den Aufruf "saveCurrentCard" im folgenden Codeschnipsel zu der Definition von saveCurrentCard, die sich in einer ganz anderen Klasse befindet. Natürlich lassen sich nicht nur Methodenaufrufe auf diese Art zurück zur Definition verfolgen, sondern auch Klassenaufrufe, Variablennutzungen, etc.

StrgKlickNavigation.jpg


Tipp 9: Codenavigation mit der Type Hierarchy

Als Java Programmierer möchte man sich oft einen Überblick über die aktuelle Klassenhierarchie verschaffen. Dazu gibt es in Eclipse die (Type-)Hierachy View, in der Vererbungshierarchien angezeigt werden können. Um die Hierarchie einer bestimmten Klasse zu erfragen, drückt man "F4" im offenen Editor (oder man klickt mit der rechten Maustaste an eine beliebige Stelle in einer Klasse deren Hierarchie dargestellt werden soll und wählt "Open Type Hierachy"). Alternativ kann man auch "Strg+T" drücken, oder "Quick Type Hierarchy" aus dem Kontextmenü aufrufen, woraufhin die gleiche Information in einem Extra-Dialog geöffnet wird.


Tipp 10: Codenavigation mit der Call Hierarchy

Eines der nützlichsten Features von Eclipse, wenn es darum geht, Code zu verstehen, ist meines Erachtens die "Call Hierarchy", mit deren Hilfe der Programmierer schnell feststellen kann, welche Methoden eine ausgewählte Methode aufrufen, bzw. welche Methoden von einer bestimmten Methode aufgerufen werden. Zur Ermittlung der Methodenaufrufe wird ausschließlich statische Analyse benutzt, weshalb die Resultate etwas "unscharf" sein können, aber als Hilfe beim Codeverstehen ist die Call Hierachy sehr effektiv. Um sie für eine Methode im Editor zu öffnen, bewegt man den Cursor auf die Methodendeklaration und drückt "Strg+Alt+H" (oder Alternativ auch "Alt Gr+H") oder wählt nach einem Rechtsklick den Punkt "Open Call Hierarchy":

CallHierarchy.jpg